Zwischen Göttern und Pyramiden - Eine Reise ins Reich der Pharaonen  

Es ist so schön, wenn man sich einen Jugendtraum erfüllt. Endlich Ägypten, endlich die Kultur der Pharaonen und Götter hautnah erleben. Das fantastische neue ägyptische Museum, die Pyramiden, die vielen Tempel und Geschichten, das Tal der Könige, die Sphinx, Abu Simbel  und die über Jahrtausende gut erhaltenen Grabmalereien – allein deswegen lohnt sich ein Ausflug nach Ägypten. Diese Idee haben natürlich auch tausende anderer Menschen. Viele von ihnen aber bleiben aufgrund der anhaltenden Unsicherheiten wegen des Nahostkonflikts zu Hause. Wir wagen die Reise mit trendtours, auch weil es keine explizite Reisewarnung für die Region vom Auswärtigen Amt gibt. Ägypten gehört zu den faszinierendsten Kulturländern der Welt. Ob man unbedingt eine Nilreise zwischen Luxor und Assuan ins Programm aufnehmen muss, bleibt dahingestellt. Für uns war es eher langweilig. Unser Schiff war 20 Jahre alt, auch die Innenausstattung war  in die Jahre gekommen. Darüber möchten wir uns an dieser Stelle aber nicht auslassen. Dabei sind alle Schiffe der Flotte als Premium-Marke  eingestuft – und das in fünf Kategorien: Premium, Premium super, Premium-Luxus usw.

Die Reise war gut vorbereitet und führte uns auch in abgelegenere Gebiete. Allein das Treiben in den Altstädten von Kairo ist überwältigend und beängstigend. Wo tausende von Menschen sich auf Märkten drängen, wo es zum Beispiel Matratzen zu kaufen gibt, darf man sich nicht der Angst vor Ausweglosigkeit aussetzen. Kairo ist mit 10-Millionen Einwohnern im Stadtgebiet und 22 Millionen Einwohnern in der Region eine der größten Städte der Welt. Und sicherlich auch eine der chaotischsten und dreckigsten. Der Müll auf den Straßen, nicht nur in Kairo,  erscheint unerträglich. Dabei wird in den Kindergärten schon darauf hingewiesen, wie man Müll trennt. Das wird, je älter man wird, aber wieder vergessen. Es gibt aber auch saubere Viertel in einer intensiven und spannenden Metropole. Kairo. Am besten hinfahren und sich selbst einen Eindruck verschaffen.

Ein Erlebnis ist in besonderer Erinnerung geblieben. Boote mit fliegenden Händlern kommen ganz nah an unser Nilschiff, werfen Kleider, Handtücher oder Schals noch oben, wo auf dem Deck die Touristen stehen. Wer nichts möchte, wirft die Pakete wieder nach unten, wer etwas kaufen will, verhandelt so lange, bis die Schleuse in Sicht kommt. Bezahlt wird manchmal mit hochgeworfenem Geldbeutel oder einer Tüte am Seil. Das passiert meistens zwischen Luxor und Assuan.  Für viele Reisende gehört dieses Schauspiel fest zur Atmosphäre einer Nilkreuzfahrt dazu; manche finden es charmant und lebendigt, andere eher aufdringlich. Hintergrund der Geschichte: Angeblich hatten die Händler in der Stadt einen festen Stand. Als man ihnen diesen nahm und die Touristen wegblieben, machten sie sich eben auf den beschwerlichen Weg  zu den Touristen an Deck.